Buchreihe historische Paris Krimis

Paris im 18. Jahrhundert. Ein idealer Schauplatz für packende historische Krimis. Eine Metropole voller dunkler Geheimnisse. Die Buchreihe findet auch die düsteren, brutalen Ecken der Stadt. Eine Serie, die den Lesern spannende Kriminalromane mit Geschichtsbezug bietet. Leser erleben eine aufregende Zeitreise in das Paris des 18. Jahrhunderts. Eine finstere Periode bringt Geschichten voller Gänsehautmomenten hervor. Die Kriminalromane zeichnen ein Sittenbild der neben London 1. Großstadt Europas. Mord und Totschlag gehörten zum Alltag. Korruption erstickte jede Veränderung im Keim. Kurz, ein Eldorado für Kriminalgeschichten. So entstand die Idee zu der Krimireihe.

Band 1 Historische Paris Krimis: Mord an der Sorbonne

Historische Paris Krimis Band 1

Mord an der Sorbonne

Reinhard Skandera

3, 99 €

inkl. gesetzlicher MWST

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ISBN 978 375 466 481 – 0

Format: E-Book (ePub)

Buchreihe Historische Paris Krimis; Band 1: E-Book Cover „Mord an der Sorbonne“

Klappentext

Im Juni 1740 Kommilitonen finden den venezianische Student Baltassare erschlagen im Innenhof der Sorbonne Universität. Wenig später ereilt den 1. Organisten der Gemeinde Saint Sulpice das gleiche Schicksal. Hängen die Morde zusammen? Wenngleich die beiden Opfer die Begeisterung für die Thesen der Aufklärung verband, glaubte die Polizei nicht daran. Der Privatermittler Samuel de Beauroglie und seine Assistentin Raphaela hors la Loi stehen vor einem Rätsel. Eine absolut spannende Suche nach dem Täter beginnt. Sie führt in die düsteren Machenschaften der Mächtigen, in die Abgründe der menschlichen Gier und Lust und den Verrat, der nie von Feinden gegangen wird.

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Band 2 Historische Paris Krimis: Rue des Marmousets

Band 2 Historische Paris Krimis

Rue des Marmousets

Reinhard Skandera

3,99 €

inkl. gesetzliche MWST

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ISBN: 978 375 466 497 – 1

Format: E-Book (ePub)

Buchreihe Historische Paris Krimis; Band 2: E-Book Cover Rue des Marmousets

Klappentext

Die Buchreihe Historische Paris Krimis führt den Leser in die dunklen Seiten des historischen Paris. Im Armenviertel Saint Marcel finden drei junge Mädchen kurz hintereinander der Tod. Die Hintergründe deuten auf einen Serienmörder hin, der auch in anderen Städten Mädchen tötete. Eifrige Nachbarn machen schnell den Mörder aus. Doch Spuren führen auch in ein geheimes Amüsierviertel, das seltsame Attraktionen darbietet. Was hat ein früherer Mord in der Provinz Limousin mit den Taten zu tun? Die Spannung dauert an bis zur letzten Seite. Das Buch bietet dem Leser eine Mischung aus Krimi und Milieustudie.

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Band 3 Historische Paris Krimis: Der Perückenmacher

in Arbeit; erscheint voraussichtlich zum 30.09.2022

Paris, in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Teil 1.

Paris im 18. Jahrhundert war nach London mit etwa 600.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Europas. Das 18. Jahrhundert sah den Bau von wunderbaren Gebäuden wie Place Vendôme,  Place de la Concorde,  Champs-Élysées oder der Kirche Les Invalides und des Panthéon sowie die Gründung des Louvre-Museums. Ferner erlebte die das Ende der Herrschaft Ludwigs XIV., war zudem der Mittelpunkt der Aufklärung und der Französischen Revolution, sah den ersten bemannten Flug und war der Geburtsort der High Fashion und des modernen Restaurants und Bistros. Für die Buchreihe Historische Paris Krimis eine Quelle unzähliger spannender Kriminalgeschichten.

Paris in der Zeit von Louis IV. (der Sonnenkönig)

Louis IV. vertraute den Parisern nicht. Aus diesem Grund verlegte er seinen Regierungssitz inklusive der Mitarbeiter vom Tuilerienpalast in das Schloss Versailles. 1706 besuchte er Paris das letzte Mal.

Dennoch investierte er in Prachtbauten und Infrastruktur, denn in Paris schlug das Herz des Königreichs. Als Beispiele seien hier nur genannt, das Collège des Quatre-Nations und Pont Royal. Der König wollte trotz der Distanz zu Paris die Geschicke der Stadt bestimmen. Er schuf eine mehrgliedrige Entscheidungsebene, die bei wichtigen Vorgängen stets seine Zustimmung einholen musste. Ludwig XIV. war es auch, der den ersten Polizeichef (Gabriel Nicolas de la Reynie) einsetzte. Ein erstaunlicher Mann, arm geboren, durch Heirat aufgestiegen in die Höhere Gesellschaft, leitete er die Pariser Polizei 30 Jahre lang.

Das 1. Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts kennzeichneten Naturkatastrophen, die zu Hungersnöten führten. Große Backöfen im Hof des Louvre versorgten die Armen mit dem nötigsten, dem täglichen Brot. Die Stadt schuf Arbeitsplätze für die Arbeitslosen und bezahlte die Männer jedoch nicht mit Münzen, sondern mit Brot.

Der Sonnenkönig starb am 01.09.1715.  Louis de Rouvroy, the Duke of Saint-Simon schrieb in seinen Memoiren, dass die ruinierten, verkrüppelten und verzweifelten Menschen Gott dankten. Die Buchreihe Historische Paris Krimis erzählt Kriminalgeschichten aus der Zeit von 1730 bis etwa 1750.

Paris unter Louis V.

Nach dem Tod von Louis XIV. übernahm dessen Neffe Philippe d’Orleans die Regentschaft für den 5 – jährigen König Louis XV.. Philippe lockerte die strengen Verbote jeglichen Amüsements, die Louis XIV. noch in der Spätzeit erlassen hatte, um den Menschen Erholung von ihrem schweren Leben zu ermöglichen. Auch die 1697 verbannte Comédie-Italienne durfte wieder in Paris auftreten. Der Grund für die Verbannung war, dass sie sich in einer Satire über die Ehefrau Louis XIV., Madame de Maintenon, ausgelassen hatten.

Philippe machte sich auch verdient um die Bibliothéque nationale de France. Regent und König blieben 7 Jahre in Paris, bevor sie 1722 zurückkehrten an den Hof von Versailles. Danach besuchten sie Paris nur noch sporadisch. Der erwachsene König Louis XV. hinterließ Paris nichtsdestotrotz einige bemerkenswerte Bauwerke. Unter anderem den Place Louis XV., später unbenannt in Place de la Concorde. Außerdem die Prachtbauten Hôtel des Monnaies, École de Chirugie und die Comédie Francaise, später unbenannt in Théatre de l’Odéon. Das Gebäude spielt eine wichtige Rolle im Band 1 der Buchreihe Historischer Paris Krimis, Mord an der Sorbonne. Zudem erbaute er die Fontain des Quatre-Saisons, an der die Bürger sich mit Wasser versorgen konnten.

Pariser*innen im 18. Jahrhundert

Die Bevölkerung der mit Abstand größten Stadt Frankreichs wuchs im Laufe des 18. Jahrhunderts auf bis zu 650.000 Menschen. Paris zählte nach London die meisten Einwohner einer Stadt in Europa. Bis zur Französischen Revolution im Jahre 1789 herrschte eine strenge hierarchisch gegliederte Struktur.

Die Adligen und der Klerus

3 % der Bevölkerung Frankreichs, aus Adel und Klerus, zudem eng miteinander verwandt, bestimmten die Geschicke des Landes. An der Spitze des Adels standen etwa 40 Familien. Darunter Richter, Militärs und Financiers. Der alte Adel besaß große Ländereien und Immobilien, aus denen er sein Einkommen erzielte. Neuere Adlige waren jedoch abhängig von Zahlungen der Regierungsbehörden in Versailles, die sie für Regierungsposten und Titel bezahlten. Unter Louis XIV. konnte man Adelstitel auch kaufen. Die Hochzeit mit einer Tochter adliger Familien führte ebenfalls zur Aufnahme in das Adelsregister.

Die bevorzugten Quartiere der Adligen im 18. Jahrhunderts lagen im Vorort Saint Honoré in der Nähe des Palais Royal und zum linken Ufer der Seine im neuen Vorort Saint-Germain. Auch die Gegend um Palais Luxembourg erfreute sich Beliebtheit bei den Betuchten. Dennoch blieb das Viertel Marais bis zur Revolution im Jahre 1789 dennoch in Mode. Prächtige Residenzen wie Hôtel d’Evreux, später der Élysée-Palast, Sitz des Präsidenten der Republik, erhielten die Anziehungskraft des Vorortes.Hôtel Matignon wurde zur Residenz des Premierministers; der Palais Bourbon zur Heimat der Nationalversammlung. Das Palais de la Légion d`Honneur entstand aus dem Hôtel Salm. Hôtel Biron gab dem Rodin Museum eine Heimat.

Gut Betuchte und die Mittelschicht

Es gab sie, eine reiche Mittelschicht, die Bourgeois, auch bereits im 18. Jahrhundert. Finanziers, Kaufleute, Ladenbesitzer und Handwerker. Ärzte, Anwälte, Buchhalter, Lehrer und Regierungsbeamte zählten ebenfalls dazu. Insgesamt ungefähr 8 % der Einwohner von Paris. Sie arbeiteten strebsam, lebten sparsam und waren nicht bunt und auffällig gekleidet wie der Adel. Zwar trugen sie wertvolle Stoffe, jedoch in dunklen, zurückhaltenden Farben. Engagiert in den Gemeinden, organisierten sie karitative und religiöse Aktivitäten. Sie verwalteten die Finanzen der Pfarrkirchen und leiten die Körperschaften, die es für jeden Beruf gab. Doch vieles wandelte sich. Kirchen spielen in einigen der Bände der Buchreihe Historische Paris Romane eine wichtige Rolle.

Friseure und Ärzte

Ärzte und Friseure gehörten bis dato derselben Berufsgesellschaft an. Die Ärzte gründeten jedoch ihre eigene Gesellschaft, Society of Surgeons, später Academy of Surgery. Den Beruf des Chirurgen durften noch nur studierte Mediziner ausüben. Die Anwälte folgten ihnen mit einer eigenen Gesellschaft wenig später. Der Mittelschicht gehörte etwa die Hälfte des Pariser Immobilienbestands.

Facharbeiter und Handwerker

Facharbeiter und Handwerker waren jahrhundertelang in Metiers oder Berufe unterteilt worden. Im Jahr 1776 existierten 125 anerkannte Metiers, von Friseuren, Apothekern, Bäckern und Köchen bis hin zu Bildhauern, Fassmachern, Spitzenklöpplern und Musikern. Jedes Metier oder jeder Beruf hatte seine eigene Körperschaft mit Regeln, Bräuchen und Schutzheiligen. Die Gesellschaften legten die Preise fest, kontrollierte den Zugang zu den Berufen und erbrachte zahlreiche Sozialleistungen. Zum Beispiel bezahlte die Gesellschaft die Beerdigung eines Mitglieds. Im letzten Viertel des Jahrhunderts versuchten Reformkräfte das System zu verändern. Die Tochter des Facharbeiters der Gobelin Werke, Jérôme Gaillard, gehört zu den ermordeten Mädchen im Band 2 der Buchreihe Historische Paris Krimis, Rue des Marmousets.

Arbeiter, Diener und Arme

Einer großer Teil der ärmeren Bevölkerung diente dem Adel oder betuchten Bürgerlichen. Sie erhielten einen minimalen Lohn und lebten in Abhängigkeit von den Haushalten, für die sie arbeiteten. Der größte Teil der armen Bürger arbeitete zu Hause. Sie nähten und stickten, stellten Spitze, Puppen und anderen Produkte für die zahlreichen kleinen Geschäfte in der Stadt her. Aufgrund der hohen Mieten und geringen Löhne mussten alle arbeiten, auch Mütter mit Babys. Das führten dazu, dass immer mehr Mütter ihre Baby an Frauen auf dem Land abgaben, die noch ärmer waren als sie selbst. Aber das Arbeiten mit den Kindern war vielfach einfach nicht möglich.

Das tägliche Brot

Familien der Armen gaben etwa die Hälfte ihres Einkommens für Brot aus. Brot war für die Ernährung essenziell wichtig. Ältere Menschen, Witwen mit Kindern, Kranke, Behinderte und Verletzte, die sich nicht selbst versorgen konnten. Zu dieser Gruppe der Mittellosen zählte ungefähr ein Drittel der Pariser Bevölkerung. Die Pariser Arbeiterklasse und die Armen konzentrierten sich im überfüllten Labyrinth der Straßen im Zentrum der Stadt. Insbesondere auf der Île de la Cité oder in der Nähe des zentralen Marktes in Les Halles und im östlichen Viertel des Faubourg Saint-Antoine. Dort befanden sich Tausende von kleinen Werkstätten und das Möbelgeschäft befanden, oder am linken Ufer, in der Nähe des Flusses Bièvre, wo sich die Gerber und Färber befanden. Im Band 2 der Buchreihe Historische Paris Krimis spielen die Gerber in der Rue des Marmousets eine wesentliche Rolle.

In den Jahren kurz vor der Revolution wurden diese Viertel mit Tausenden von ungelernten Einwanderern aus den ärmeren Regionen Frankreichs überschwemmt. 1789 wurden diese arbeitslosen und hungrigen Arbeiter zu Fußsoldaten der Revolution.

Buchreihe Historische Paris Krimis: Frau, die Brennholz verkauft, Paris 18. Jahrhundert
Frau, die Brennholz verkauft
Buchreihe Historische Paris Krimis: Die Bièvre, ein Nebenfluss der Seine, i, 18. Jahrhundert
Nebenfluss der Seine, Bièvre
Buchreihe Historische Paris Krimis: Rue des Marmousets, Straße im Pariser Vorort Saint Marcel im 18. Jahrhundert
Rue des Marmousets

Wirtschaftsleben

Bank- und Finanzwesen

Paris hinkte im Bereich des Bank- und Finanzwesen anderen europäischen Hauptstädten hinterher. Bereits 1609 wurde die Bank von Amsterdam gegründet, die Bank von England im Jahre 1694. Erst 1800 gründete sich die Banque de France. Erst der schottische Ökonom John Law gründete 1716 mit dem Wohlwollen des Regenten eine Privatbank und gab Papiergeld aus. Law investierte in die Mississippi Company, ein Unternehmen, dem Frankreich ein Monopol auf die Geschäfte in den Kolonien Nordamerika und die westindischen Inseln eingeräumt hatte. Wilde Spekulationen ließen den Kurs explodieren, bis 1720 die Blase platzte. Law floh aus Frankreich und ließ viele ruinierte Pariser zurück.  Die Pariser Börse öffnete erst am 24. September 1724 in der Rue Vivienne im ehemaligen Hôtel de Nevers, lange, nachdem es in Lyon, Marseille, Bordeaux, Toulouse und anderen Städten Börsen gegeben hatte.

Aufgrund der Verschwendungssucht der Könige und ihrer abartigen Lust, Kriege zu führen, waren die Staatsfinanzen Frankreichs im Laufe des 18. Jahrhunderts ruiniert. Die ruinierten Finanzen des Königreichs und die Entlassung seines Finanzministers, des in der Schweiz geborenen Jacques Necker, durch Ludwig XVI. führten Paris 1789 direkt in die Französische Revolution. 

Luxusgüter

Für die reichen 2- 3 Prozent der Bevölkerung wurden im Paris des frühen 18. Jahrhunderts zahlreiche Luxusgüter hergestellt. König Louis persönlich kümmerte sich um die königlichen Manufakturen für Wandteppiche (Gobelins und Beauvais) und Teppiche (Savonnerie-Manufaktur). Zwischen 1753 und 1757 gründete er die Porzellan-Manufaktur „Manufacture nationale de Sèvres“. 1759 ging die Manufaktur Sèvres in sein persönliches Eigentum über; das erste in Frankreich hergestellte Porzellan wurde ihm am 21. Dezember 1769 überreicht. Darüber hinaus produzierten königliche Werkstätten für den Hof Schmuck, Schnupftabakdosen, Uhren, Silberwaren, Spiegel und Möbel.

Die qualitativ hochwertigen Güter wurden auch an anderer Herrschaftshäuser in Europa geliefert. Die Stuhlmacher, Polsterer. Holzschnitzer und Gießereien von Paris waren damit beschäftigt, luxuriöse Möbel, Statuen, Tore, Türklinken, Decken und architektonische Ornamente für die königlichen Paläste und für die neuen Stadthäuser des Adels im Faubourg Saint-Germain herzustellen. 

Mode

Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Mode und Haute Couture zu einem florierenden Geschäft. Aristokraten, reiche Bankiers und Kaufleute kopierten den am Hofe gepflegten Kleidungsstil. Die Marchandes de Modes trennten sich von den Händlern, die gewöhnliche Kleidungsstücke anboten. Herausragende Bedeutung erlangte die Hutmode. Bis 1779 wurden in Paris zweihundert verschiedene Modelle angeboten. Die prominenteste Modemacherin hieß Rose Berlin. Nicht zuletzt, weil sie die Kleider für Marie Antoinette herstellte. 1773 eröffnete Rose Berlin ein Geschäft namens Grand Mogol in der Rue Faubourg Saint-Honoré, das sich an die reichsten und extravagantesten Pariserinnen richtete.

Le Journal des Dames

Eine spezialisierte Presse entwickelte sich, um den wohlhabenden Verbrauchern der europäischen Hauptstädte Illustrationen der neuen Mode zu liefern. Die erste Pariser Modezeitschrift Le Journal des Dames erschien 1774, gefolgt von der Galerie des modes et du costume française im Jahr 1778. Der Laden von Rose Bertin ging mit der Revolution und dem Verschwinden ihrer Kunden aus dem Geschäft. aber sie fuhr fort, Marie-Antoinette während ihrer Gefangenschaft im Tempel bis zu ihrer Hinrichtung Bänder und andere bescheidene Gegenstände zu liefern.

Die Geburtsstunde der Parfümeure

Das 18. Jahrhundert sah auch die Geburtsstunde der Parfümeure. Pierre-François Lubin eröffnete eine Parfümerie in der Rue Helvétius 53 mit dem Namen au Bouquet de Roses. Während andere seinem Beispiel folgten, besuchten Perückenmacher und Friseure ihre wohlhabenden und aristokratischen Pariser Kunden auch gerne in deren Palais. Gepuderte Perücken für Männer waren auch während der Revolution weiterhin in Mode, der Architekt der Schreckensherrschaft, Robespierre, trug zum Beispiel bis zu seiner eigenen Hinrichtung eine gepuderte Perücke. Der Friseur von Marie-Antoinette, Léonard Autié, bekannt als Monsieur Leonard, schuf extravagante, hoch aufragende Frisuren, die vom Hof und den reichsten Pariserinnen eifrig nachgeahmt wurden.


Von der Werkstatt zu Fabriken

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts bildeten Tausende kleine Werkstätten das Rückgrat der Pariser Wirtschaft. Denn in ihnen produzierten qualifizierte Handwerker hochwertige Produkte. Die einzelnen Fachrichtungen siedelten sich bestimmten Stadtteilen an.

Im Faubourg Saint-Antoine konzentrierten sich zum Beispiel die Möbelhersteller. In dem Vorort hatte auch die königliche Spiegelfabrik ihren Sitz, die mehr als Tausend Arbeiter beschäftigte. Werkstätten, die Besteck anfertigten und kleine Metallarbeiten ausführten, sah man in der Nachbarschaft von Saint Antoine, in Quinze Vingts nahe der Bastille. Neben den kleineren Werkstätten existierten bereits einige große Unternehmen. Herausragend die Farbstofffabrik von Gobelins am Fluss Bièvre, die scharlachroten Farbstoff für die königliche Wandteppichwerkstatt Gobelin, gegründet im 17. Jahrhundert, herstellte.

Die königliche Porzellan-Manufaktur

Während sich die königliche Porzellan-Manufaktur sich in Sèvres ansiedelte, das auf dem Weg nach Versailles lag, gründete der begnadete Tapetenmaler Jean-Baptiste Reveillon, eine Fabrik, die von Künstlern bemalte Wandbeläge herstellte. Sie residierte in der Rue de Montreuil.

Wegweisend auch die Antony-Kerzenfabrik und eine große Fabrik, die bedruckte Baumwollstoffe herstellte, unter der Leitung des in Deutschland geborenen Christophe-Philippe Oberkampf in Jouy-en-Josas. Das Werk lag zehn Kilometer vom Zentrum der Stadt entfernt. 1762 eröffnet, zählte dieses Werk zu den modernsten Fabriken Europas. Auf ihrem Höhepunkt im Jahr 1774 beschäftigte sie zweitausend Arbeiter, die vierundsechzig tausend Stoffstücke prudzierten. 

Neue Entdeckungen

Neue wissenschaftliche Entdeckungen, die zu technologischen Entwicklungssprüngen führten, revolutionierten die Pariser Industrie. Während große Dampfmaschinen in Chaillot und Gros-Caillou Trinkwasser aus der Seine pumpten. Obschon viel französische Chemiker zu den Pionieren einer beginnenden Entwicklung gehörten, ragte Lavoisier heraus. Der auf der Basis seiner Arbeit wurden zwischen 1770 und 1779 die ersten chemischen Fabriken gebaut. Er war sowohl Vordenker der Chemie als auch Leiter des Labors des Pariser Waffenlagers, zudem Leiter der königlichen Verwaltung für die Herstellung von Schießpulver. Lavoisier modernisierte die Produktion von Salpeter, dem Hauptbestandteil von Schwarzpulver, in großen Fabriken rund um Paris. Sein Kollege Berthollet entdeckte 1785 Chlor. Auch er schuf die Basis für eine neue Industrie, die Herstellung von Kaliumchlorid. 

Zudem vergrößerten Forschungen über Säuren, die in großem Umfang in der Stofffärberei und Metallurgie gebraucht wurden, Frankreichs industrielle Fähigkeiten. Auch das erste französische Werk zur Herstellung von Schwefelsäure wurde 1779 eröffnet. Es war im Besitz des Bruders von König Ludwig XVI., dem Grafen von Artois. Die chemische Fabrik in Javel stellte neue chemische Produkte her. Darunter Chlor und Wasserstoffgas. Wasserstoff ermöglichte erst die ersten bemannten Ballonfahrten der Gebrüder Montgolfier kurz vor der Revolution.